Hilfnavigation

Tel. 06043 - 4471
Hinter dem Brauhaus 9
63667 Nidda

Frauennotruf

Nach oben

Übergeordnete Navigation (Kontakt, Impressum, Inhalt, Sponsoren)

 

Frauen mit Behinderungen haben ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt!

 

Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe unterstützt Europäischen Pro­testtag für die Gleichstellung behinderter Menschen  

 

Am 5. Mai jeden Jahres machen viele Menschen mit Behinderung gemeinsam mit Mit­strei­terinnen und Mitstreitern auf die immer noch diskriminierenden Lebens- und Arbeits­be­din­gung­en von Frauen und Männern mit Behinderung aufmerksam. Dieser Tag wurde 1991 zum europaweiten Protesttag für die Gleichstellung behinderter Menschen erklärt. Der Bun­des­­verband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe unterstützt ausdrücklich die Proteste an diesem Tag.

 

Die Fachstellen gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen beschäftigen sich seit vielen Jah­ren mit Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung und weisen am Protesttag da­rauf hin, dass viele behinderte Frauen und Mädchen tagtäglich Gewalt – z.B. in Form von se­xu­el­len Ü­ber­­griffen und Misshandlungen – ausgesetzt sind.  

 

„Kaum jemand denkt an Frauen und Mädchen mit Behinderungen, wenn über Gewalt ge­gen Frauen und Mädchen gesprochen wird – doch Untersuchungen zeichnen ein anderes Bild“ stellt Katja Grieger, eine der Koordinatorinnen des bff fest. Aus ihrer Un­ter­stüt­zungs­ar­beit wissen die Fachfrauen zum Thema Gewalt, dass behinderte Menschen oft ge­schlechts­los wahrgenommen werden. „Deshalb werden sie oft weder als Betroffene noch als Täter von Gewalt in den Blick genommen.“

 

Dabei sind Frauen mit Behinderung vor allem sexualisierten Übergriffen noch stärker aus­ge­setzt als nichtbehinderte Frauen. Die strukturellen Rahmenbedingungen zwingen be­hin­der­te Frauen oft in familiäre oder institutionelle Abhängigkeit. Damit verbunden ist häufig eine fehlende Intimsphäre, eine fremdbestimmte Sexualität, ungewollte Körperkontakte, und eine ano­nyme Pflegesituationen. Auch gibt es in Deutschland noch immer kein Recht auf eine gleichgeschlechtliche Assistenz. Dazu kommt, dass viele Frauen mit Be­hin­de­­rung erhöhten Kommunikationsbarrieren ausgesetzt sind. Gerade der Umstand, dass be­hin­derten Frauen und Mädchen Sexualität abgesprochen wird, lässt das Umfeld oft an Be­rich­ten über erlebte sexualisierte Gewalt zweifeln und sie unglaubwürdig erscheinen.  

 

Um so wichtiger ist es nach Ansicht des bff, dass sich die Fachstellen zu (sexualisierter) Ge­walt sowie Zufluchtstätten für Frauen und Mädchen dem Thema noch weiter öffnen – und dies in vielerlei Hinsicht. „Der Begriff ,Barrierefreiheit´ ist für uns sehr umfangreich und um­fasst auch die ,inneren Barrieren´“, so Anette Diehl vom Frauennotruf Mainz. „Um un­se­re eigenen Meinungen und Haltungen zum Thema Behinderung zu reflektieren, haben wir uns mit diesem Thema schon vor Jahren inhaltlich auseinandergesetzt.“ Dieses En­ga­ge­ment steht stellvertretend für viele Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe.

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage des bff unter seinen Mitgliedseinrichtungen zeigt, dass ob­­wohl Frauen mit Behinderungen in den Einrichtungen flächendeckend unterrepräsentiert sind – nur 26% der Einrichtungen sind für Frauen im Rollstuhl uneingeschränkt zu­gäng­lich – die Einrichtungen sich der mannigfaltigen Defizite bewusst sind und dass vielerorts ak­tu­ell Ver­besserungen vorgenommen werden. Dazu Katja Grieger: „Wir wissen, dass noch viel zu tun ist. Doch der bff und die Mitgliedseinrichtungen arbeiten daran, die Situation zu ver­bes­sern. Die Aktionen reichen von der Einrichtung barrierefreier Websites über das Erlernen der Gebärdensprache von den Mitarbeiterinnen, bis hin zu regelmäßigen Mädchengruppen in Förderschulen, Selbstbehauptungskursen für Frauen mit Be­hin­de­run­gen und Fort­bil­dun­gen in Behinderteneinrichtungen zum Thema (sexualisierte) Gewalt.“

Der bff ermutigt alle Frauen mit Behinderungen, die von Gewalt betroffen sind, sich an die Fach­stellen vor Ort zu wenden. Denn dort wird trotz aller bestehenden Barrieren in den Ein­richtungen für jede einzelne Klientin das Möglichste getan. Gleichzeitig fordert der Ver­band alle relevanten Akteure, allen voran die Bundesregierung, dazu auf, die UN Be­hin­der­ten­rechtskonvention – seit diesem Jahr geltendes Recht in Deutschland – um­zu­set­zen. Erst dann haben auch alle Frauen mit Behinderung volle Menschenrechte.  

 

Die Umfrage des Bundesverbandes Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe ‚Frauen mit Be­hinderung in Frauenberatungseinrichtungen – Bestandsaufnahme und Handlungsbedarf’ ist auf der Website des Verbandes unter www.frauen-gegen-gewalt.de zu finden.  

 

Verantwortlich: Katja Grieger // Kontakt: bff, Rungestraße 22-24, 10179 Berlin 030-32299500; info@bv-bff.de; www.frauen-gegen-gewalt.de  

 

 

 

 

Brotkrummen Navigation

Nach oben