„Stellenwert der Frauenpolitik steigern“
Heidemarie Wieczorek-Zeul und Lisa Gnadl erinnern beim Frauenfrühstück an die Bedeutung der Gleichberechtigung
Altenstadt (em.) Die Familie Agdas, Betreiber des Cafes in Altenstadts Bahnhof, kam aus dem Stühleschleppen gar nicht mehr heraus: Die Zahl der Besucher beim SPD-Frauenfrühstück überstieg die Erwartungen bei weitem. Die Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl konnte Mitarbeiterinnen von Frauennotruf und Wildwasser begrüßen, Aktive aus Kommunal- und Kreispolitik wie auch aus Seniorengremien. Zum großen Andrang trug auch eine Referentin bei, die Gnadl herzlich begrüßte als „Frau, die in der ganzen Welt unterwegs ist.“ Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungshilfe.
Diese konterte gleich schlagfertig: „ und Altenstadt ist im Zentrum!“ Das war eine von etlichen Sequenzen, die mit lebhaftem Szenenapplaus quittiert wurden. Sympathien für die Referentin und die Landtagsabgeordnete, ja, ein starkes Wir-Gefühl prägten die Atmosphäre dieses Frühstücks. Allerdings: Die ganz junge Generation fehlte, nur die Jahrgänge von 35 aufwärts bis hin zu agilen Seniorinnen waren zahlreich vertreten. So muss man Lisa Gnadls Fazit Recht geben: „Wir jungen Frauen nehmen allzu selbstverständlich hin, was frühere Generationen an Gleichberechtigung für uns erkämpft haben.“
Gnadl hatte an die Einführung des Frauenwahlrechtes vor 90 Jahren im November 1918 erinnert, an den 1949 mit Mühe durchgesetzten Gleichheitsgrundsatz in Artikel 3 des Grundgesetzes. Den frauenpolitischen Fortschritten, etwa dem Ausbau der Kindergartenplätze, den Reformen des Paragrafen 218, dem verbesserten Gewaltschutzgesetz, stellte sie Rückschritte in Hessen gegenüber. Das seien die sozialen Kahlschläge im Rahmen von Roland Kochs „Aktion Sichere Zukunft“, die Schließung von Frauenhäusern, von präventiv arbeitenden Beratungsstellen, die Aushöhlung des hessischen Gleichberechtigungsgesetzes, die prekären Arbeitsverhältnisse vieler Frauen. Dagegen stünden die sozialpolitischen Ziele der SPD: Ausbau der Kleinkinderbetreuung mit höherer finanzieller Landesbeteiligung und echte Ganztagsschulen mit kleinen Klassen als Hilfen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Weiterentwicklung des Landesaktionsplans gegen häusliche Gewalt, mehr Hilfen für Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen. Und wieder lebhafter Szenenapplaus, als Lisa Gnadl ausrief: „Der Stellenwert der Frauenpolitik in Hessen muss wieder gesteigert werden – unter einer SPD-Regierung.“ Damit verband sie den Appell für eine hohe Wahlbeteiligung.
Den setzte Heidemarie Wieczorek-Zeul gleich fort: „Viele Frauen in der Welt würden sich freuen, wenn sie das Wahlrecht hätten.“ Die rebellische „rote Heide“ aus Juso-Tagen ist äußerlich vielleicht einen Hauch damenhafter, weltläufiger geworden. Politische Starallüren sind ihr fremd, sie reichte im Gedränge die Platten herum, ging abschließend von Tisch zu Tisch. Ihr frauenpolitisches Engagement ist geblieben, ebenso ihr rhetorisches Geschick, komplexe Zusammenhänge in griffige Bilder zu fassen: „Jede Minute, in der wir hier sitzen, stirbt irgendwo auf der Welt eine Frau an den Folgen von Schwangerschaften oder Geburten!“ Das ist einprägsamer als das Schlagwort vom Nord-Süd-Gefälle der Weltwirtschaft. Gleichberechtigung durchsetzen durchsetzen – das bedeute viele, viele kleine Schritte. Etwa die Quote: „Wir sind die große Volkspartei, die in ihren Reihen eine gerechte Beteiligung von Frauen strukturell durchgesetzt hat“, das gelte auch für ihr eigenes Ministerium mit 600 Mitarbeitern, davon die Hälfte Frauen, 35 Prozent von ihnen in Führungspositionen. Viele mögliche Formen von Teilzeitarbeit würden auch von Vätern genutzt. Und nebenbei erwähnte sie: „Auch Thorsten Schäfer-Gümbel ist ein Vater, der Elternzeit in Anspruch genommen hat.“ Diese Möglichkeit habe die SPD in der großen Koalition durchgesetzt, ebenso wie sie sich jetzt für einen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau organisierten Investitionsfonds aus Bundes- und Landesmitteln für finanzschwache Kommunen einsetzte. Gleichberechtigung sei auch eine Verantwortung der Wirtschaft: „Keines der DAX-geführten Unternehmen hat eine Frau an der Spitze.“ Bildung sei Dreh- und Angelpunkt der Gleichberechtigung: „Hessen muss Schulen ohne Aussonderungseffekt haben, die Abschaffung der Studiengebühren muss bleiben.“
Und: „Ihr könnt mich für radikal halten. Aber wenn Geld da ist für die Rettung der Banken, dann muss es auch Mittel gegen Armut, gegen Umweltzerstörung geben –das ist die beste Sicherung für Frieden zwischen den Nationen.“ Wahlkampf hin und her – hier blieb die lockere und angeregte Atmosphäre eines Frauenfrühstücks erhalten.
Kreis-Anzeiger
Inner Wheel Club spendet Basar-Erlös
Hilfe für bedürftige Menschen und gemeinnützige Einrichtungen –Übergabe im Haus der Kirche und Diakonie
Nidda (ahe). Für bedürftige Menschen und gemeinnützige Einrichtungen macht sich der Inner Wheel Club Bad Orb, Büdingen, Nidda stark. Die Präsidentin, Christine Dziengel und einige Vorstandsmitglieder überreichten jetzt im Haus der Kirche und Diakonie in Niddas Bahnhofstraße 1.700 Euro an sieben Institutionen beziehungsweise Personen.
„Seit sechs Jahren spenden wir Einnahmen aus diversen Aktionen für soziale Zwecke. Die 1 700 Euro stammen aus den Einnahmen unseres Secondhand-Basars am Martinimarktsonntag in Nidda“, berichtete Margret Reuning, Vorstandsmitglied des Inner Wheel Clubs, Teilbeträge erhielten Dr. Ute Glock aus Büdingen, die in Bolivien ein Krankenhaus aufgebaut hat sowie eine Junge Frau aus Gedern, die derzeit auf dem zweiten Bildungsweg ihr Fachabitur macht. Auch der Frauennotruf Nidda freute sich über eine Finanzspritze, die in die Aufklärungsarbeit zum Schwerpunkt „Vergewaltigung von Frauen durch K.O.-Tropfen in Cocktails“ fließt. Der Kinderschutzbund Schotten, der dringend Räumlichkeiten zum Lagern von Kinderspielzeug und Kleidung sucht, und der Schottener Verein Menschenskinder, der von dem Geld Instrumente für ein Musikprojekt kaufen möchte, kamen ebenfalls in den Genuss einer finanziellen Unterstützung durch den Inner Wheel Club. Um auch alleinerziehenden Müttern, die von Hartz IV leben müssen, die Teilnahme an einer Freizeit für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder zu ermöglichen, nutzt Kornelia Brückmann vom evangelischen Dekanat in Nidda die Spendengelder. Und der Förderverein der Hirzenhainer Hammerwaldschule für Kinder mit Behinderungen wird von der Spende einen Trommelworkshop für Schüler und Lehrer, Eltern und Interessierte finanzieren.
Wetterauer Zeitung 21.02.2009
„Man muss wissen, wo es Hilfe gibt“
Beratungsstellentag an der Berufsschule – Jugendliche über Institutionen des Netzwerks informieren Nidda (em). Einen Beratungsstellentag hatten die Lehrkräfte Petra Class, Silke Wawra und Georg Philipp Meloni an der Berufsschule Nidda organisiert. Zielgruppe waren die Schüler des Berufsvorbereitungsjahres, des Berufsgrundbildungsjahres, der beiden Berufsfachschulen Hauswirtschaft/Ernährung und Medizin/Technik wie auch die Jugendlichen aus den Eibe-Klassen (Eingliederung in Berufs- und Arbeitswelt). Petra Class im Netzwerk für Kinder und Jugendliche Nidda aktiv, hatte Institutionen zur Mitwirkung gewonnen, die dort ebenfalls vertreten sind. Von der Jungend- und Drogenberatungsstelle kam Kerstin Herchenröder, der Frauennotruf war mit Ulla Seipel und Sandra Bundt vertreten. Von der Schwangerenberatung im Diakonischen Werk kamen Pilar Cortez Honzen und Susanne Martin-Ploner. Außerdem hatten die Organisatorinnen sich an pro Familia Wetterau gewandt. Aus dem dortigen Team nahm Helga Hartmann teil. Über den Schutz vor Delikten im schulischen Raum referierte Kriminaloberkommissar Wolfgang Schulz von der Kripo Friedberg, zugleich Mitglied der Arbeitsgruppe gegen Gewalt an Schulen (AGGAS). Außerdem organisierten Lehrkräfte und Jugendliche einen gastlichen Rahmen, Getränke standen bereit und fünf Mädchen aus dem Berufsvorbereitungsjahr hatten ein Mittagessen für alle Beteiligten zubereitet. Den Jugendlichen bot sich ein ganzer Schultag mit Gesprächen, mit dem Durchdenken von Konfliktsituationen und möglichen Hilfen, jeweils in Kleingruppen von Themenkreis zu Themenkreis wechselnd. So war der Rahmen für einen intensiven Dialog zwischen den Fachkräften und en jungen Leuten gegeben. Praxisnähe
In solchen Aussagen spiegelt sich schon einiges von der Praxisnähe dieses Tages wieder. Genau darum ging es auch Petra Class und ihren Mitorganisatorinnen. Zum einen wolle die Schule auch ein Lernfeld sozialer Kompetenz sein, betonen sie. Der Prototyp „mündiger junger Erwachsener“ als Schulabgänger sei gewiss ein Idealziel, kaum hundertprozentig erreichbar. Aber je mehr die jungen Leute über lebenspraktische Fähigkeiten verfügten, je besser sie über Hilfsmöglichkeiten in ihrer Nähe informiert seien, desto größer seien die Chancen für konstruktive Problemlösungen im Konfliktfall. Petra Class:“ ich wollte, dass auch Jugendliche über die Institutionen des Netzwerks informiert sind, wenn sie Ansprechpartner brauchen.“ Gerade in dem Alter, wo Teenager sich von ihren Eltern ablösen müssten, könnten sie mansche Probleme eher mit Fremden im Schutzraum der beruflichen Schweigepflicht besprechen, als zu Hause. Darüber hinaus gebe es etliche Familien, die nicht nur unvollständig seien, sondern so konflikthaft, dass sie ihren heranwachsenden Kindern keine Solidarität und Unterstützung mehr bieten könnten. Der Gesprächsanfang in den Runden war oft gar nicht so einfach, immerhin ging es um sehr persönliche Themen. Schweigende Jugendliche, die nur langsam in die Diskussion kamen, coole Sprüche, Imponiergehabe – die Referenten wussten, das sich dahinter Unsicherheit und die Angst vor Bloßstellung verbirgt und bemühten sich geduldig, bis das Gespräch in Fluss kam. Doch auch den Jugendlichen wurde einiges abverlangt. Es gehört Mut dazu sich Fremden und der eigenen Bezugsgruppe zu öffnen. So aber konnten Tabuthemen angesprochen werden. „Abbruch oder Baby behalten – aber wer hilft mit dann?“ Auch der Fall einer ungeplanten Schwangerschaft wurde durchdacht. Positives Fazit Die Meinung der Jugendlichen über diesen ungewöhnlichen Schultag fiel prägnant aus: „Das hat was gebracht.“ Und auch Referenten und Lehrkräfte zogen ein positives Fazit. In der Reflektionsrunde werden sie die Veranstaltung noch einmal Revue passieren lassen und überlegen, wie künftige Beratungstage gestaltet werden. Wetterauer Zeitung 28.02.2009 Allseits positives Fazit: „Produktive Gespräche“
Drei Lehrer organisierten an der Berufsschule einen Beratungsstellentag mit Fachleuten Nidda (ema). Einen Beratungsstellentag hatten die Lehrer Petra Class, Silke Wawra und Georg Philipp Meloni an der Berufsschule organisiert. Zielgruppe waren die Schüler des Berufsvorbereitungs- und des Berufsgrundbildungsjahres, der Berufsfachschulen Haushalt/Ernährung und Medizin/Technik sowie die Jugendlichen aus den EIBE-Klassen (Eingliederung in Berufs- und Arbeitswelt). Petra Class, aktiv im Netzwerk für Kinder und Jugendliche Nidda hatte Institutionen zur Mitwirkung gewannen, die dort ebenfalls vertreten sind: Jugend- Drogenberatung, Frauennotruf, Schwangerenberatung im Diakonischen Werk, außerdem Pro Familia Wetterau und die Kripo Friedberg. Außerdem organisierten Lehrkräfte und Jugendliche einen gastlichen Rahmen inclusive Mittagessen. Den Jugendlichen bot sich ein ganzer Schultag mit Gesprächen, mit dem Durchdenken von Konfliktsituationen und möglichen Hilfen, jeweils in Kleingruppen. Eindrucksvoll war die Praxisnähe. Genau darum ging es auch Petra Class und ihren Mitorganisatoren. Je mehr die jungen Leute über lebenspraktische Fähigkeiten verfügten, je besser sie über Hilfsmöglichkeiten in ihrer Nähe informiert seien, desto größer seien die Chancen für konstruktive Problemlösungen im Konfliktfall. Petra Class: „Ich wollte, dass auch Jugendliche über die Institutionen des Netzwerks informiert sind, wenn sie Ansprechpartner brauchen.“ Gerade Teenager besprächen manche Probleme eher mit Fremden im Schutzraum der beruflichen Schweigepflicht als zu Hause. Darüber hinaus gebe es Familien, die nicht nur unvollständig seien, sondern so konflikthaft, dass sie ihren Kindern keine Solidarität und Unterstützung mehr bieten könnten. Der Gesprächsanfang in den Runden war oft gar nicht so einfach, immerhin ging es um sehr persönliche Themen. Die Referenten wussten, dass sich hinter Schweigen oder verlegenem Gekicher Unsicherheit und Angst vor Bloßstellung verbargen und bemühten sich geduldig, bis das Gespräch in Fluss kam. Doch auch den Jugendlichen wurde einiges abverlangt. Es gehört Mut dazu, sich Fremden und der eigenen Bezugsgruppe zu öffnen. So aber konnten Tabuthemen angesprochen werden. Fragen nach Verhütungsmitteln, nach sexuellen Details wurden gestellt, eigene Alkoholerfahrungen angesprochen. Auch der Fall einer ungeplanten Schwangerschaft wurde durchdacht. Ein ungewöhnlicher Schultag – aber die Meinung der Jugendlichen kam kurz und bündig: „Das hat was gebracht!“ Und auch Referenten und Lehrkräfte nannten ein positives Fazit: „Es waren produktive Gespräche!“ In einer Reflektionsrunde werden sie die Veranstaltung noch einmal Revue passieren lassen und überlegen, wie Beratungstag für künftige Jahrgangsstufen gestaltet werden. Wetterauer Zeitung Mai 2009 Linke fordern von Kommunen und Kreis mehr Geld für Frauennotruf Wetteraukreis (pm/dab). Die personelle Ausstattung des Frauennotrufs muss verbessert werden. So lautet das Fazit der Linken nach einem Besuch von Kreisvorstandsmitglied Peter Zeichner und Fraktionsvorsitzendem Klaus Fischer in der Einrichtung in Nidda. Dafür müssten die Zuschüsse von Land, Kreis und Kommunen, erhöht werden, schreibt Fischer in einer Presseerklärung. Besonders interessierte die Politiker, wie die Arbeit dieser Institution, die 2008 ihr 20-jähriges Bestehen feierte, finanziert wird. Der Frauennotruf ist auf Zuschüsse des Landes, des Kreises der Kommunen sowie auf Spenden angewiesen, erklärte Mitarbeiterin
Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise könnte die häusliche Gewalt gegen Frauen weiter zunehmen, befürchteten die Gesprächspartner. Wenn die finanzielle Existenz von Familien zunehmend gefährdet sei, würden auch die Partnerschaftsbeziehungen höheren emotionalen Spannungen ausgesetzt. Nach Zeichners Einschätzung besteht daher „dringender Bedarf an höheren Personalmitteln, um diesen erwarteten Ansturm etwas entgegen setzen zu können.“ Dazu müssten auf Landesebene Initiativen gestartet werden, aber auch auf Kreisebene müsse darüber nachgedacht werden, die Fördermittel zu erhöhen. Viele Gemeinden im Kreis beteiligen sich an der Finanzierung des Frauennotrufes – „teilweise aber nur mit minimalsten Beträgen im zweistelligen Eurobereich“, rügen die Linken. Als beschämend bezeichnen sie, dass Städte wie Butzbach oder Friedberg gar keine Zuschüsse zahlen. Kreis-Anzeiger 25.07.2009 Hilfe für benachteiligte Menschen in der Region Irmtraud Hofmann aus Nidda neue Inner-Wheel-Präsidentin Büdingen/Nidda (co). Irmtraud Hofmann aus Nidda ist die neue Präsidentin des inner Wheel Clubs Bad Orb-Büdingen-Nidda. Während eines Treffens im Gederner Schloss übernahm sie die Aufgabe von Christine Dziengel aus Biebergemünd bei Bad Orb. Das Amt der Präsidentin wird stets abwechselnd von einem Mitglied der drei dazugehörigen Städte übernommen. Mit Anja Schönhals, Brigitte Brouwer, Ursula Schulkamp, Monika Monico-Demandt, Margret Reuning und Susanne Erk steht Hofmann ein engagiertes Team zur Seite. Gemäß dem Motto der neuen Präsidentin „Mit Freundschaft untereinander die Unterstützung sozialer Projekte weiter ermöglichen“ widmen sich die 25 engagierten Damen des Clubs erneut benachteiligten Menschen in der Region und ausgesuchten Projekten im Ausland. Während der Feier zur Amtsübergabe ließen die Clubmitglieder das vergangene Jahr Revue passieren, in dem das Diakonische Werk, der Förderverein Hammerwaldschule, der Frauennotruf Wetteraukreis, der Kinderschutzbund Schotten, „Menschenskinder“ in Schotten, das Hospital Guarayos in Bolivien sowie das Kinderheim Shanti Bhagini in Indien finanziell unterstützt wurden. Zu allen geförderten Projekten besteht ein sehr persönlicher Kontakt. Damit ist gewährleistet, dass alle Spenden den jeweiligen Einrichtungen in voller Höhe zu Gute kommen. „Somit wurden und werden die grundlegenden Ideale des internationalen Inner Wheel Clubs auch hier in unserer Region umgesetzt“, resümierten die vorherig und die neue Frau an der Spitze. Freundschaft, soziales Engagement und internationale Verständigung bilden die Basis der Bewegung, die 1924 gegründet wurde und in der mittlerweile in etwa 100 Ländern über 100 000 Frauen vereinigt sind. Inner Wheel ist damit eine größten internationalen Frauenvereinigungen. Anteilnahme, Solidarität, fürsorgliches Miteinander sind ebenso bedeutsame Grundlagen wie die persönliche Einbringung in soziale Einrichtungen wie Altenheime, Frauenhäuser, Telefonseelsorge, Hospizwesen, in Einrichtungen für kranke Menschen, für Kinder, Obdachlose und Aussiedler. Dazu kommt der Einsatz für humanitäre Hilfe überall auf der Welt. Um Gelder für die Unterstützung sozialer Projekte zusammenzubringen, gestaltet der Club Bad Orb-Büdingen-Nidda verschiedene Aktionen, wie zum Beispiel den alljährlichen Second-Hand-Basar beim Martini-Markt in Nidda. Auch Beteiligungen an Benefiz-Veranstaltungen legen einen finanziellen Grundstock für die Förderung von Menschen in Not. Dazu behört auch ein Benefiz-Konzert in der katholischen Kirche Büdingen am 28. November zu Gunsten eines sozialen Projekts in Büdingen. Zudem laden Irmtraud Hofmann und ihr Team erstmals zu einem Kochtreff für Tafelkunden und für weitere Interessenten ein. Genauer Ort und Termin werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Frankfurter Rundschau
Selbsthilfegruppen stellen sich vor Bad Nauheim. Rund 40 Selbsthilfegruppen, Gesprächskreise und soziale Einrichtungen stellen sich bei der Selbsthilfe- und Informationsmeile am Samstag, 12. September, in der Fußgängerzone in Bad Nauheim vor. Die Selbsthilfekontaktstelle des Wetteraukreises organisiert alljährlich diesen Selbsthilfetag. Von 10 bis
16 Uhr
können sich die Besucher über das Angebot in der Wetterau informieren. Eine integrative Tanzgruppe führt
11 Uhr
auf dem Podium an der Stele im Herzen der Fußgängerzone das Kindermusical „Regenbogenfisch, komm hilf mir“ auf. Anschließend stellen sich im Halbstundenrhythmus Selbsthilfegruppen vor. Kreis-Anzeiger
Mix aus Kultur, Politik und Festen Interkulturelle Woche vom 19. September bis 3. Oktober Wetteraukreis (pd). „Misch mit!“ ist das Motto der Interkulturellen Woche, die vom 19. September bis zum 3. Oktober stattfindet. Die bundesweiter Veranstaltung geht auf eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie zurück. Sie wird von den Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen, Ausländerbeiräten, Ausländerbeauftragten und deutsch-ausländischen Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. Schirmherr der zwölf Veranstaltungen im Wetteraukreis ist Erster Kreisbeigeordneter Oswin Veith. „Das Thema Integration hat in der Kreisverwaltung einen hohen Stellenwert“, betont Veith in einer Pressemitteilung „Im Integrationsbeirat wurde mit der Ausarbeitung eines Integrationskonzepts begonnen, es wurde eine Integrationsstiftung initiiert und um die Betreuung von Flüchtlingen nachhaltig zu gestalten, wurde der Leistungsverbund Migration Wetterau aufgebaut“, meinte Veith mit Blick auf die Arbeit der vergangen Monate. In diesem Kontext sieht Veith die Interkulturelle Woche als gute Gelegenheit, das Thema noch mehr in die Öffentlichkeit zu tragen. Im Fokus stehen die Integration und der Wunsch, Kindern den Integrationsgedanken nahe zu bringen. Im Wetteraukreis finden während der Interkulturellen Woche zwölf Veranstaltungen mit einem Mix aus Kultur, Politik und Festivitäten statt. 35 Kooperationspartner konnten gewonnen werden darunter viele bewährte, die bereits schon länger dabei sind, aber auch neue, wie zum Beispiel die Städte Butzbach und Büdingen. Putzfrauen-Kabarett Höhepunkte sind das Musical „Felix“ und das „Putzfrauen-Kabarett“. Verantwortlich für die Organisation im Kreis sind die Stabstelle Integration und die Fachstelle Sonstige Soziale Hilfen und Migration. Flyer und Plakate mit allen Infos zu den einzelnen Veranstaltungen liegen ab sofort im gesamten Wetteraukreis aus. Weitere Infos im Internet: www.interkulturelle-wetterau.de Haller Tageblatt 24.September 2009 Parteien auf Förderung ansprechen Mitarbeiterinnen von Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser diskutieren in Hall Standpunkte gegen Gewalt – das ist das Thema einer Fachtagung des Bundesverbands der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe. Dr. Sigrid Bauer Schwäbisch Hall. Der Einladung ihres Dachverbands folgten 170 Teilnehmerinnen, die bundesweit in Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern tätig sind. Gestern wurde die Veranstaltung im Hotel Krone, Hessental, von Eva Maria Welskop-Deffaa (Leiterin der Abteilung für Gleichstellung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) eröffnet. Sie betonte, wie wichtig Hilfsangebote für Frauen seien und wie entscheidend für die Umsetzung der Gleichstellungspolitik der Einsatz der Teilnehmerinnen vor Ort sei. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit im Bundesministerium stehe das Ziel, Frauen und Männer im Erwerbsleben gleichzustellen, außerdem die Unterstützung von Frauen in Notlagen wie sie von den hier anwesenden Frauen geleistet werde. Ein weiterer Aspekt sei, dass Gleichstellungspolitik nicht gegen Männer gerichtet sei, sondern dass eine partnerschaftliche Zusammenarbeit angestrebt werde. Ihrer Meinung nach sei jetzt die Zeit reif für gleichstellungspolitische Themen. Sie ermutigte den Verband, sich bei den Politikern der nächsten Legislaturperiode Gehör zu verschaffen, damit die Entwicklung in Richtung Gleichstellung der Geschlechter Fahrt aufnimmt. In einem schriftlichen Grußwort beklagte die Landesministerin für Arbeit und soziales Dr. Monika Stolz, dass jede vierte Frau in ihrem Leben körperliche, sexuelle oder psychische Gewalt erfährt. Umso wichtiger sei die fachliche und finanzielle Unterstützung der Frauenberatungsstellen durch die Landesregierung. Der Zugang müsse für die Betroffenen einfach und niederschwellig sein. Ausdrücklich dankte sie den Tagungsteilnehmerinnen für ihr Engagement. Erste Bürgermeisterin Bettina Wilhelm zollte der Leistung der Teilnehmerinnen ihren Respekt, war sie doch selber in Ludwigsburg Frauenbeauftragte gewesen und ist deshalb mit der Arbeit von Frauenberatungsstellen gut vertraut. Wie anfangs schon Eva Maria Welskop-Deffaa forderte sie Gesetze, die eine ausreichende Finanzierung der Frauenhäuser und Frauennotrufe gewährleisten. Denn es sei nicht zu verantworten, dass die Mitarbeiterinnen dieser Einrichtungen für Gelder kämpfen müssten, obwohl sie ihre Kräfte bei den betroffenen Frauen viel sinnvoller einsetzen könnten. Wetterauer Zeitung
Persönliche Bilder von Wetterauer Bürgern nehmen Standpunkte ein – Ausstellung im Rathaus – Bundesweite Kampagne Bad Vilbel (aho). „Rund 40 Prozent der in Deutschland lebenden Frauen haben seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche, aber auch sexuelle Gewalt erlebt.“ Das sagte Jutta Fenske vom Frauenzentrum Wetterau in ihrer Rede am Donnerstag zur Eröffnung der Ausstellung „Standpunkte gegen Gewalt im Wetteraukreis“ im Rathaus. Mit der Wanderausstellung verknüpft ist der 25 November, der Internationale Tag zur Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen. „Gewalt gegen Frauen hat viele Erscheinungsformen – von der „alltäglichen Anmache“ in frauenfeindlicher Sprache, über Witze und Beschimpfung bis hin zur sexuellen Belästigung, Prügel, Stalking und Vergewaltigung“ erläutert Fenske weiter. Im Foyer, in den Fluren des Rathauses, bis in den Sitzungssaal, sind bis zum 18. Dezember rund 200 „Standpunktebilder von Wetterauerinnen und Wetterauern zu sehen, die sich gegen Gewalt gegen Frauen wenden. Meist zeigen die Fotos die Füße und den Standpunkt, also ein Statement (beispielsweise: „Nicht das Opfer muss sich schämen, sondern der Täter“) der jeweiligen Person, manchmal auch deren Gesicht. Auch Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr hatte ein solches Bild mit dem Rathausschlüssel aufgenommen. „Es werden starke Worte, starke Totos und starke Standpunke gezeigt“, sagte der Rathauschef. „Die Gewalt gegen Frauen und Kinder darf kein Tabuthema sein.“ Zu über 90 Prozent werde diese Gewalt von Männern ausgeübt, erklärte Fenske. Dies gelte nicht nur für sexuelle, sondern auch für körperliche und seelische Gewalt. Sie werde überwiegend durch Partner und im häuslichen Bereich begangen und Bleibe daher oft unbemerkt. Schon das sei Grund genug, auf das Thema aufmerksam zu machen, meint Fenske. Stöhr dankte der internen Vilbeler Frauenbeauftragten Christa Hillenbrand dafür, die Ausstellung nach Bad Vilbel geholt zu haben. Neben dem ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten des Wetteraukreises und Bürgermeisterkadidaten Helmut Betschel-Pflügel Zeigte sich auch die externe Vilbeler Frauenbeauftragte und ehrenamtliche Stadträtin Hildegard Nölke von der Ausstellung beeindruckt. Die bundesweite Kampagne „Der richtige Standpunkt: Gegen Gewalt“, die unter der Schirmherrschaft der Familienministerin Ursula von der Leyen steht, startete im März 2007 und sollte das Thema Gewalt gegen Frauen und deren vielfältige Formen stärker ins allgemeine Bewusstsein bringen. Politikerinnen und Politiker, Prominente und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens beziehen auf Fotos einen Standpunkt und treten gegen Gewalt gegen Frauen auf. „Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet Gewalt gegen Frauen als eines der größten Gesundheitsrisiken“, bezifferte Fenske. Folgen seien körperliche Verletzung und gravierende psychische Beschwerden. Neben der Verankerung des Themas bei Politikern und in der Öffentlichkeit wollte die Kampagne auch betroffene Frauen und ihr Umfeld informieren und sie gleichzeitig ermutigen, sich Unterstützung und Hilfe zu holen. Die Arbeitsgemeinschaft „keine Gewalt gegen Frauen und Kinder in der Wetterau“ griff diesen Gedanken auf. Zu verschiedenen Gelegenheit, wie zum Familientag in Karben 200, am Tag der offenen Tür im Dienstleistungszentrum des Wetteraukreises in Friedberg oder während der Personalversammlung der Stadt, entstanden über 250 persönliche und originell „Standpunkte“ - Fotos. In der Kampagne unterstützt wird der federführende Fachdienst Frauen und Chancengleichheit von „Frauen helfen Frauen“, vom Frauen-Notruf Wetterau und der Organisation Wildwasser. Diese Institutionen stehen betroffenen Frauen auch im Alltag mit Beratung und Unterstützung zur Seite. Im Internet können alle Fotos unter www.frauen-gegen-gewalt.e betrachtet werden. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses noch bis Mittwoch 16.Dezember, zu sehen. Frankfurter Rundschau 24.11.2009 Flagge zeigen gegen Gewalt gegen Frauen Wetterau. 222 Fälle häuslicher Gewalt wurden im vergangenen Jahr in der Wetterau registriert Von den 227 Opfern waren 205 weiblich und 22 männlich, berichtete Christa Mansky vom Wetterauer Frauennotruf. Am Mittwoch, 25. November, zeigt der Wetteraukreis Flagge gegen Gewalt gegen Frauen. Rund 5000 Institutionen und Verbände werden an diesem Internationalen UN-Gedenktag weltweit „Nein“ zu Gewalt gegen Frauen sagen. Der Wetteraukreis schließt sich zum neunten Mal dieser von Terre des Femmes initiierten Aktion an. Der Frauennotruf (Telefon 06034/4471) führt am Freitag, 27. November, das Stück „Großmütter, Mütter, Enkelinnen – Ein Zeitraffer durch die Frauenbewegung“ auf. Es ist um 19.30 Uhr im Bonhoeffer Haus in Schotten zu sehen. Eintritt frei.
Wetterauer Zeitung 24-11-2009 „Intensive Aufklärungsarbeit zahlt sich aus“ Morgen ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen – Immer mehr Betroffene suchen früher Hilfe Wetteraukreis (pdw). „Flagge zeigen“ heißt am morgigen Mittwoch, 25. November, das Motto des Wetteraukreises, wenn gemeinsam mit rund 5000 Institutionen und Verbänden weltweit Flaggen zum Zeichen gegen Gewalt an Frauen gehisst werden. Zum neunten Mal schießt sich der Wetteraukreis dieser von „Terre des Femmes“ initiierten Aktion am internationalen UN-Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“ an. Zudem wurde die Ausstellung der Mitmach-Kampagne „Der richtige Standpunkt: Gegen Gewalt im Wetteraukreis“ im Bad Vilbeler Rathaus eröffnet, die noch bis Dezember zu sehen ist. Mit dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen soll die Öffentlichkeit sensibilisiert und informiert werden, auch um sich mit den betroffenen Frauen und Kindern zu solidarisieren. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, dass die Betroffenen es wagen, frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Einer britischen Studie zufolge vergehen von der ersten Misshandlung bis zum Zeitpunkt an dem Frauen Hilfe in Anspruch nehmen, durchschnittlich sieben Jahre. Eine sehr lange Zeit, auch für Kinder, die häusliche Gewalt miterleben müssen und selbst oft betroffen sind. Im Wetteraukreis registrierte die Polizei im vergangen Jahr 222 Fälle häuslicher Gewalt von den 227 Opfern waren 205 weiblich und 22 männlich. Christa Mansky vom Frauennotruf berichtet, dass sei 2008 über 200 Frauen und Mädchen beraten haben. Besonders in der ersten Jahreshälfte habe es eine außergewöhnliche Steigerung der Beratungen gegeben. Mansky bewertet dies jedoch positiv: „ Die intensive Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit macht sich bemerkbar. Immer mehr Frauen nehmen unsere Hilfe und Beratung früher in Anspruch.“ Auch Landrat Joachim Arnold bewertet die Arbeit zum Gewaltschutz im Wetteraukreis als „äußerst positiv und leider notwendig“. Er verweist auf die Aktivitäten vom Frauenhaus, Wildwasser Wetterau, dem Frauen-Notruf und dem Frauenzentrum. Angesiedelt sind sie in Friedberg, Büdingen und Nidda mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Gemeinsam mit dem Fachdienst Frauen und Chancengleichheit arbeiten sie im Arbeitskreis „Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder“ eng zusammen und koordinieren die Öffentlichkeitsarbeit. Daneben gibt es im Wetteraukreis den „Runden Tisch gegen Häusliche Gewalt“, ein Zusammenschluss von acht Einrichtungen und Behörden. Dazu gehören neben den oben genannten unter anderem die Polizeidirektion sowie der Fachbereich Jugend, Familie und Soziales des Wetteraukreises. „Unser Ziel ist es, durch eine gute Vernetzung häusliche Gewalt schneller zu erkennen und den Betroffenen durch aufeinander abgestimmte Verfahren besser zu helfen“, erläutert der Landrat. „Die Vernetzungsarbeit trägt bereits Früchte“, sagt Christa Mansky vom Frauen-Notruf. „In diesem Jahr haben wir auffallend viele junge Frauen beraten. Der Kontakt zu uns kam oft auf Umwegen zustande, etwa durch Lehrer oder Sozialarbeiter. Dies zeigt, wie wichtig die Vernetzung untereinander ist, um die Hemmschwelle für betroffene Frauen weiter zu senken.“ Für persönliche Beratung und Hilfen können sich Frauen und Mädchen an folgende Einrichtungen wenden. Frauen-Notruf (Tel. 06043-4471), Frauenhaus (Tel. 06031-15353) und Beratungsstelle (06031-16677399), Wildwasser (Tel.06031-64000). Neben der Wanderausstellung „Der richtige Standpunkt: Gegen Gewalt im Wetteraukreis“, die bis zum 18. Dezember im Rathaus in Bad Vilbel zu sehen ist, führt der Notruf anlässlich des Tages gegen Gewalt an Frauen ein Theaterstück auf: „Großmütter, Mütter, Enkelinnen – Ein Zeitraffer durch die Frauenbewegung“ wird am Freitag, den 27. November, um 19.30 Uhr im Bonhoeffer Haus in Schotten aufgeführt.
Frankfurter Rundschau
Zeichen gegen Gewalt Bad Vilbel Fotoausstellung im Rathaus Die Stadt Bad Vilbel setzt ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern. Der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“ am heutigen Mittwoch war für Christa Hillenbrand, Frauenbeauftragte der Stadtverwaltung, mit ein Grund, eine Fotoausstellung zum Thema nach Vilbel zu holen. Die Schau „Standpunkte gegen Gewalt im Wetteraukreis“ entstand bei einer bundesweiten Kampagne. Auch im Wetteraukreis haben sich Politiker, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Bürger mit ihren Standpunkten gegen Gewalt an der Aktion beteiligt. So sind in der Wetterau insgesamt etwa 200 Fotos entstanden, auch bei einem Betriebsfest der Vilbeler Stadtverwaltung im Jahr 2007. Konzipiert hat die Ausstellung die Wetterauer AG „Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder“, sie war schon an mehreren Orten im Kreis zu sehen. „Auch in Deutschland kennen rund 40 Prozent aller Frauen gewaltsame Übergriffe unterschiedlicher Art aus eigener Erfahrung“, berichtet Jutta Fenske von der AG. Bei 90 Prozent aller Delikte seien Männer die Täter. Sehr oft passierten die Angriffe im häuslichen Bereich und würden deshalb meist auch nicht öffentlich. Die Ausstellung dauert noch bis zum 18. Dezember im Vilbeler Rathaus. Die Fotos aus ganz Deutschland sind im Internet unter www.frauen-gegen-gewalt.de zu sehen. Kreis-Anzeiger 25.11.2009 Amüsant-ironische Revue kommt nach Schotten
Schotten (em). Herrlich altmodisch scheint die Dame im langen Rüschenkleid mit Sonnenschirmchen, überraschend modern aber, als sie den Mund aufmacht. Die Frauenrechtlerin Hedwig Dohm plädiert für umfassende Mädchenbildung, für wirtschaftliche und persönliche Unabhängigkeit von Frauen. So doppelbödig sind alle Szenen der historischen Folge „Großmütter, Mütter, Enkelinnen“: Kluge, tatkräftige Frauen gegen Nachkriegsnot in „Aufbruch und Skepsis“ der Weimarer Republik ein krasser Rückschritt in der Heim-, Herd- und Rassenideologie der NS-Zeit. Den letzten Rest davon fegen Feministinnen der Hippie-Jahre weg, aber noch ist frau in einem Paragrafendschungel gefangen, der sie nur langsam in Richtung gleicher Rechte rücken lässt. Renate Fleischer-Neumann und Pia Rausch schrieben diese Szenenfolge, die von ihnen und Mitgliedern des Vereins zum 20jährigen Bestehen des Frauen-Notrufs 2008 in Bad Salzhausen aufgeführt wurde. Nun soll die ebenso informative wie amüsant-ironische Revue nach Schotten kommen. Pfarrer Dr. Peter Möser sorgt am Klavier für den zeittypischen Hintergrund. Zu diesem Blick auf die Geschichte der Frauenbewegung lädt der Vogelsberger Kultur- und Geschichtsverein für Freitag, 27. November, ab 19.30 in das Dietrich-Bonhoeffer-Haus ein. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten, die teils dem Frauen-Notruf, teils Arbeiten an der Orgel der Liebfrauenkirche zu Gute kommen sollen. Kreisanzeiger 04.12.2009
„Kinderreichtum“ Heim und Herd sind jetzt der „artgerechte“ Platz für Frauen, Kinderreichtum das höchste Ziel, Berufstätigkeit verheirateter Frauen eher anrüchig. Da wundert es nicht, dass Reichsfrauenführerin Scholz-Klink in einer Parteirede darlegte, wenn auch die Waffe der deutschen Frau nur der hölzerne Kochlöffel sei, solle er doch die gleiche Durchschlagskraft haben wie die Waffen der Männer. Dass diese Rede im historischen Übertragungssound herüberkam, war dem Ortenberger Musiker Georg Crostewitz zu verdanken. „Das Private ist politisch! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder!“ - mit den Klängen von „Aquarius“ war man im Jahr 1968 und selbstbewusste Frauen in Hippie-Kleidung (Ulla Seipel, Christa Mansky, Sandra Bundt und Barbara Velden) eroberten die Bühne und riefen ihre Parolen – eine neue Epoche in der Frauenbewegung! Dass noch viel zu tun blieb, bewies die nächste Szene. Zwei Richterinnen in Amtstracht (Christa Mansky und Renate Fleischer-Neumann) zeigten mit Gesetzeszitaten den patriarchalen Paragrafendschungel auf. So hatte bis 1958 der Ehemann die Verfügung über Konto und Vermögen seiner Frau, konnte ihren Arbeitsplatz kündigen. Kein Wunder stand die Frau zwischen den schwarzen Gestalten (Sandra Bundt) erst reglos und erstarrt und konnte erst mit der Reform des Familienrechts 1977 und dem Gewaltschutzparagrafen von 1997, der auch Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe stellt, Schritte nach vorne in Richtung Gleichberechtigung tun. „When I´m sixty-four“ von den Beatles – Auftakt für Seniorinnen auf dem Abstellgleis? Von wegen: zwei agile ältere Damen, Waltraud Merz und Maria Dugar, chatten miteinander im ICQ. Ein Mailproblem beim großformatigen Bild? Da gibt’s ja noch den Enkel Tobias, der per Handy der Großmutter weiterhilft und schon treffen sich die zwei und erinner sich and ie schwierigen Aufbaujahre des Frauen-Notrufs. Nachdenklich verfolgten die Zuschauerinnen den Szenenbogen. Das schlug sich auch in Spenden nieder, die zur Hälfte dem Notruf, zur Hälfte der Orgelrenovierung in der Liebfrauenkirche zugute kommen.