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Zeitungsartikel aus dem Jahr 2012/11

Kreisanzeiger – 24.04.2012

4 000 Euro für verschiedene soziale Projekte

24.04.2012 - NIDDA

Bürgermeister Hans-Peter Seum übergibt Spenden aus der Krugschen Stiftung an Niddaer Grundschulen und Frauennotruf

(bo). Bürgermeister Hans-Peter Seum hatte jetzt Vertreterinnen der Niddaer Grundschulen und des Frauennotrufes zur Übergabe finanzieller Zuwendungen aus der von ihm gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteher Stefan Knoche verwalteten Krugschen Stiftung ins Rathaus eingeladen. Der Vorstand hatte zuvor entschieden, soziale Projekte in diesen Einrichtungen mit insgesamt 4 000 Euro finanziell zu unterstützen.

Die Krugsche Stiftung wurde 1763 durch das Testament von Karl Wilhelm Krug zu Nidda gegründet und soll „armen Leuten in Nidda“ Hilfen gewähren. Bürgermeister Hans-Peter Seum hatte das Amt des Vorsitzenden von dem im vergangenen Jahr in Ruhestand getretenen Amtsgerichtsdirektor Christoph Hössl übernommen.

Seum wies darauf hin, dass die Stiftung über ein Grundvermögen in Höhe von mehr als 50 000 Euro verfügt. „Eigentlich ist es ein Wunder, dass diese beinah 250 Jahre alte Stiftung bis heute Bestand hat und immer noch über einen solchen soliden Grundstock verfügt“, zeigte er sich bei der Zusammenkunft mit den Vertreterinnen der Schulen und des Frauennotrufes zufrieden.

Die Auswahl der in diesem Jahr zu begünstigenden Einrichtungen sei dem Vorstand leicht gefallen. „In den Grundschulen wird ein wertvoller Beitrag zur Vermittlung unserer Wertevorstellungen geleistet. Die finanzielle Unterstützung der Schulsozialarbeit liegt insoweit nicht nur im Interesse der Stiftung selbst“, erklärte Seum. Auch die Arbeit des Frauennotrufes liege ihm am Herzen. „Sie sind schon in der Vergangenheit für viele ein Rettungsanker gewesen. Die Nachfrage nach Beratung steigt stetig. Deshalb können Sie sich auch zukünftig unserer Unterstützung sicher sein“, sagte der Bürgermeister abschließend.

 

Bürgermeister Hans-Peter Seum (re.) und Verwaltungsmitarbeiter Bernd Klopsch bei der Zusammenkunft mit den Vertreterinnen der begünstigten Einrichtungen - Renate Fleischer-Naumann, Ines-Angelika Krause, Cornelia Gröb, Britta Schaumburg, Christa Mansky, Gesine Haus und Katja Bender. Foto: Bonarius

 


Kreisanzeiger – 14.03.2012

Frauennotruf in Facebook vertreten

Nidda (red). Seit Anfang März ist die Beratungs- und Interventionsstelle Frauen-Notruf Wetterau online im sozialen Netzwerk Facebook vertreten. Über die Facebook-Präsenz hat der Frauen-Notruf einen zusätzlichen Weg zur Aufklärung und für Informationen seiner Aktivitäten gefunden und bleibt somit „am Puls der Zeit“. Die Pinnwand des Frauen-Notrufs ist für alle Besucher offen. Jeder Nutzer kann sich informieren, auch selbst Beiträge schreiben und vorhandene Einträge kommentieren. Der Frauen-Notruf hofft auf viele „I like“-Klicks.

                                                                 


 

Wetterauer Zeitung – 23.02.2012

Nidda (pm). Rechtliche Fragen zu Scheidung, Unterhalt, elterliche Sorge oder Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz können im Rahmen einer familienrechtlichen Ertberatung erörtert werden, die am 01.März (9 bis 12.30 Uhr) beim Frauennotruf Wetterau in Nidda angeboten wird. In Zusammenarbeit mit dem Verein wird Rechtsanwältin Fabienne Metz (Bad Nauheim) Fragen beantworten und damit erste Hilfestellungen zu den Themen leisten.

Um einen Termin zu vereinbaren, bittet der Frauennotruf um Anmeldung per Telefon: 06043/4471 oder per E-Mail: frauennotruf@t-online.de. Die juristische Erstberatung kostet 10,- Euro und findet in Nidda beim Frauen-Notruf Wetterau, Hinter dem Brauhaus 9, statt.

 


 

Kreis-Anzeiger – 15.02.2012

Hilfe in Notlagen suchen und finden

Beratungsstellentag an der Beruflichen Schule in Nidda

NIDDA (em). „Künftige Lebensaufgaben und Konfliktsituationen andenken“ - Dazu wollte die Pädagogin Petra Claas Jugendlichen mit einem Beratungsstellentag in der Beruflichen Schule in Nidda jetzt Gelegenheit geben. Damit soll es leichter gemacht werden, in einer eventuellen Notlage Hilfe suchen und anzunehmen.

Zwei Klassen aus dem Berufsvorbereitungsjahr und sämtliche Berufsschulklassen der Jahrgangsstufen 10 und 11, insgesamt zehn Gesprächsgruppen, nahmen daran teil. Für jede Beratungsinstitution stand eine halbe Stunde Gesprächszeit zur Verfügung.

Gekommen waren Christa Mansky und Sandra Bundt vom Frauennotruf. Susanne Martin-Ploner und Irina Mironitschenko von der Schwangerenberatung des Diakonischen Werkes Wetterau, Wolfgang Bender und Ernst Brümmer von der Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes, Kerstin Herchenröder vom zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe im Wetteraukreis und Sandra Pappert-Rausch von Pro Familia. Schon beim Feedback in der Mittagspause wurde klar, dass das angebot die Bedürfnisse der jungen Leute traf. „Die zeit ist rasend schnell vergangen“, war der übereinstimmende Eindruck.

Während der Gespräche ging es um Situationen des täglichen Lebens. Obwohl manche Themen mit gesellschaftlichen Tabus zu tun hatten und als „peinlich“ hätten empfunden werden können, gab es kaum unangenehme Witze. Vielmehr wurden offene partnerschaftliche Gespräche geführt. Über die Pro Familia Kernthemen „Bewusste Elternschaft“, „Verhütung und Vermeidung von Geschlechtskrankheiten“ hinaus diskutierte Sandra Pappert-Rausch mit den Gruppen die Frage:“Was macht eine Liebesbeziehung aus, die beide Partner als „gut“ empfinden?“ Kerstin Herchenröder stellte die Arbeit der Jugend- und Drogenberatung vor. Rasch kamen Fragen nach Entzug des Führerscheins und nach den Bedingungen, ihn zurück zu bekommen auf. Interessiert waren die Gruppen auch daran, die Rauschbrillen auszupropieren, die die Pädagogin mitgebracht hatte. Für die Zuschauer und den Träger, der auf einer geraden Linie gehen sollte, wurde klar, wie sehr Alkohol die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt.

Bei Susanne Martin-Ploner und Irina Mironitschenko gingen die Gespräche weit über Probleme einer ungewollten Schwangerschaft hinaus. Die Themen „Beziehung und Partnerschaft“ standen im Raum, es ging um fairen Umgang miteinander. „Wir wünschen uns Männer, die Gewalt gegen Frauen verachten und das auch gegenüber anderen Männern vertreten“, meinten Christa Mansky und Sandra Bundt.

Einen Informationsfilm über eine spezielle Form von Gewalt, die Anwendung so genannter K.o.-Tropfen, hatten die beiden Fachkräfte mitgebracht. „Eine ganz gewöhnliche Party“ - der Film knüpfte an die Erfahrung von jugendlichen an und appellierte an Frauensolidarität und Achtsamkeit anderer. Aus vielen bunten Kärtchen setzten sich Jugendliche im Gespräch mit Wolfgang Bender und Ernst Brünner ihren „Etat des Selbständiglebens“ zusammen und standen bald vor der Frage: „Urlaub, schicke Klamotten, Ausgehen – auf was verzichte ich, damit ich über die Runden komme?“

Die Berufsfachschulklasse 1 der Fachrichtung Hauswirtschaft hatte ein Mittagessen vorbereitet, das ebenfalls zur freundlichen Atmosphäre beitrug. Petra Claas:“Gesprächspartner von außen machen es den Jugendlichen leichter, über sehr persönliche Themen zu sprechen. Wir sind den Beratungsstellen dankbar, dass sie so zu unserem Konzept der Förderung sozialer Kompetenz beitragen.“

 


 

Frankfurter Rundschau – 24.01.2012

Erstberatung zum Familienrecht

NIDDA. Der Verein Frauen-Notruf Wetterau bietet jeden ersten Donnerstag im Monat eine familienrechtliche Erstberatung zu den Themen Scheidung, Unterhalt oder elterliche Sorge. Eine Fachanwältin übernimmt die Beratung. Die Gebühr beträgt 10 Euro. Anmeldung unter Telefon 06043/4471. (sun.)

 


 

Kreisanzeiger - 28.12.2011:

Frauen-Notruf Wetterau e. V. präsentiert sich mit neuem Flyer

Die Beratungs- und Interventionsstelle Frauen-Notruf Wetterau e. V. stellt sich und seine Tätigkeit in einem neuen Flyer vor. Das Design entstammt einem Projekt des Beruflichen Gymnasiums der August Bebel-Schule Offenbach am Main, deren Aufgabenfeld die Gestaltungs- und Medientechnik ist. Geschaffen wurde eine kleine ausdrucksstarke Broschüre, die Informationen über die Tätigkeiten des in Nidda ansässigen Frauen- Notrufs bietet.

Seit über 20 Jahren bietet der Frauen-Notruf Hilfe für Frauen, die körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt erfahren oder erlebt haben. Im Vordergrund steht die individuelle Beratung und Unterstützung der betroffenen Frauen, sich aus ihren Lebensverhältnissen positiv zu verändern. Dabei versteht er sich als Anlauf- und Interventionsstelle, an die sich Behörden, Einrichtungen, Angehörige und Vertrauenspersonen von Gewaltbetroffenen und Gewaltausübenden wenden können.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit des Frauen-Notrufs ist die qualifizierte Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen lokalen und überregionalen Fachstellen. Ein besonderes Augenmerk richtet sich hierbei auf eine kontinuierliche Präventionsarbeit in der Gewaltthematik.

Die Interventionsstelle arbeitet pro aktiv. Nach einem polizeilichen Einsatz oder einer Anzeige übermittelt die Polizei nach dem Einverständnis der Betroffenen, die Kontaktdaten an den Frauen-Notruf, der zeitnah mit seinen Mitarbeitern Kontakt für weitere Beratung aufnimmt.

Der Name „Notruf“ suggeriert eine reine Krisenberatungsstelle, was der Frauen-Notruf Wetterau sicherlich auch ist, jedoch liegt das Hauptanliegen in der langfristigen beratenden und begleitenden Betreuung von Betroffenen.

Der Frauen Notruf Wetterau e. V. ist im Ostkreis der Wetterau die einzige Frauenberatungsstelle, die sich an von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen wendet, somit kommt ihm eine besondere Bedeutsamkeit zu.

Die ausschließlich von Frauen geführten Beratungen erfolgen vertraulich, auf Wunsch auch anonym. Das Angebot des Frauen-Notrufs Wetterau ist kostenfrei.

 


Wetterauer Zeitung - 24.12.2011

Nicht nur Krisenberatung

Frauen-Notruf Wetterau präsentiert sich mit neuem Flyer

Wetteraukreis (pm). Mit einem neuen Flyer macht der Frauen-Notruf Wetterau auf sein Angebot als Beratungs- und Interventionsstelle aufmerksam. Das Design stammt von angehenden Gestaltungs- und Medientechnikern des Beruflichen Gymnasiums Offenbach.

                                                                                                            

Seit über 20 Jahren bietet der Frauen-Notruf mit Sitz in Nidda Hilfe für Frauen an, die körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt erfahren oder erlebt haben. Im Vordergrund steht die individuelle Beratung und Unterstützung der betroffenen Frauen, ihre Lebensverhältnisse zu ändern.

Der Frauen-Notruf fungiert aber auch als Anlaufstelle, an die sich Behörden, Einrichtungen, Angehörige und Vertrauenspersonen wenden können. Der Frauen-Notruf arbeite pro aktiv, berichtet Mitarbeiterin Christa Mansky. Nach einem Polizeieinsatz oder einer Anzeige übermittelten die Beamten nach dem Einverständnis der Betroffenen die Kontaktdaten an den Frauen-Notruf, der zeitnah Kontakt aufnehme.

Auch wenn der Name >Notruf< eine reine Krisenberatungsstelle suggerier , liege das Hauptanliegen in der langfristigen beratenden und begleitenden Betreuung, betont Mansky.

Die ausschließlich von Frauen geführten Beratungen erfolgen vertraulich, auf Wunsch auch anonym. Das Angebot des Frauen-Notrufs ist kostenfrei.

Infos: Tel. 06043/4471 oder www.frauen-notruf-wetterau.de


Wetterauer Zeitung – 28.11.2011

Von den Gefahren im Glas haben viele noch nichts gehört

Junity veranstaltet in Kooperation mit Arbeitskreis „Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder“ Infoabend „K.-o. Tropfen

Friedberg (cor). Was soll schon passieren, wenn man mit guten Freunden einfach mal Party macht? Eigentlich nichts, doch ein kurzer Moment fehlender Aufmerksamkeit kann das Leben negativ verändern. Für Donnerstag hatte das Jugendhaus Junity zur Veranstaltung „Sexfalle K.o.-Tropfen“ eingeladen. Organisiert wurde der Infoabend gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder“, „Frauen helfen Frauen“, dem Fachdienst für Frauen und Chancengleichheit Wetterau, dem Frauennotruf und Wildwasser. Ziel war es, Jugendliche für das Thema zu sensibilisieren und auf die Gefahren der „Droge“ aufmerksam zu machen. Viele Jugendliche und Erwachsene waren gekommen und diskutierten nach einer Dokumentation über die „Gefahren im Glas“.

Wie zu erfahren war, sei GHB (Gamma-Hydroxy-Buttersäure) eine Droge, die offiziell keine ist, denn sie falle nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Die Substanz werde eigentlich als Reinigungsmittel eingesetzt. Doch GHB sei auch als Liquid Ecstasy oder K.-o.-Tropfen bekannt. Die Flüssigkeit sei farblos, schmecke und rieche nicht. K.o.-Tropfen würden häufig in der Kneipen- und Discoszene, aber auch auf privaten Feiern verabreicht. Die Folgen seien gravierend: enthemmtes Verhalten, Verwirrtheit, Schwindel, Benommenheit, Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit. Atemnot, Krampfanfälle, verlangsamte Herzfrequenz oder Kopfschmerzen können auftreten. Betroffene beschrieben oft ein „vernebeltes Gefühl“ und einen schlagartigen Erinnerungsverlust. Symptome, die von Tätern ausgenutzt werden. Die Opfer würden vergewaltigt, ausgeraubt oder gefilmt. Die Mittel wirkten bereits nach 10 bis 20 Minuten, Alkohol oder Medikamente führen zur Verstärkung.

Zunehmend wendeten sich Mädchen und Frauen, die unter dem Einfluss von K.o.-Tropfen Opfer sexueller Gewalt geworden sind, an Frauennotrufe und Beratungsstellen. Das Scham- und Schuldempfinden der Opfer sei groß. Viele glaubten, der „Filmriss“ sei auf Alkohol zurückzuführen und schwiegen. Schwierig sei der Nachweis der Substanz, die sich im Blut bereits bach gut acht Stunden abgebaut habe. Im Urin seien diese Drogen dagegen bis zu 20 Stunden nachweisbar. „Daher ist es wichtig, unmittelbar nach einem – wenn auch vermuteten – Ereignis Kontakt mit Eltern, Beratungsstellen, Polizei und Krankenhaus aufzunehmen“, rät Prof. Harald Schütz, Rechtsmediziner aus Gießen. Schütz informierte über diverse Missbrauchsfälle. „Auch wenn viele Fälle nicht aufgeklärt werden konnten, wurden Täter auch schon gefasst und verurteilt“, fügte Christa Mansky vom Frauennotruf hinzu.

Wie sich im Gespräch ergab, haben die anwesenden Jugendlichen noch nie von dem Thema gehört oder höchstens mal in der Zeitung davon gelesen. Zum Glück sei noch niemand aus ihrem Freundeskreis betroffen gewesen, wie ein Mädchen sagte.

Im Dokumentarfilm traf es nicht nur eine Discobesucherin, auch eine junge Polizistin wurde Opfer einer Vergewaltigung. Die junge Frau konnte ihren Dienst nicht mehr fortsetzen.


K.o.-Tropfen: Was gilt es zu beachten?

Einige Tipps, wie man sich vor K.-o.-Tropfen schützen kann. Bei Partys oder in der Disco das Glas niemals unbeobachtet lassen, notfalls eine Freundin bitten, darauf aufzupassen. Wenn jemand, den man nicht kennt, ein Getränk mitbringen möchte, auf eine geschlossene Flasche bestehen. Fühlt man sich unsicher, das Glas lieber stehen lassen.

Bei Unwohlsein sofort Freunde oder Personal der Kneipe oder Disco ansprechen und informieren. Nicht zögern, eine Disco oder Party zu verlassen, wenn man sich nicht sicher fühlt. Wer mit Freundinnen unterwegs ist, sollte aufeinander achten.

Wer beobachtet, wie einer Person etwas ins Glas gemischt wird, sollte diese umgehend darauf hinweisen. Außerdem immer Polizei oder Beratungsstelle verständigen, auch wenn man sich nicht ganz sicher ist.

Die Beratungsstelle des Frauennotrufs ist unter der Telefonnummer 06043/4471 erreichbar.

(cor)


Frankfurter Neue Presse – 29.11.2011

Und dann kam der Filmriss . . .  

Junity-Jugendhaus in Friedberg lädt zum Themenabend „K.O.-Tropfen“ – Jeder kann zum Opfer werden

Rund 1000 Verurteilungen werden jährlich in Deutschland nach einer Vergewaltigung ausgesprochen. Das macht gerade einmal 13 Prozent. Vielen Opfern wurden zuvor K.O.-Tropfen verabreicht.

Von Corinna Weigelt

Friedberg. Man riecht, sieht und schmeckt sie nicht, und das macht sie so gefährlich. Die Rede ist von K.O.-Tropfen, auch bekannt als "Liquid Ecstasy". Am Donnerstag informierte das Junity-Jugendhaus gemeinsam mit den Institutionen Frauen-Notruf, Wildwasser, dem Fachdienst für Frauen und Chancengleichheit, dem Frauenzentrum und "Frauen helfen Frauen" über die gefährliche Party-Droge.

Die Beratungsstellen schlagen Alarm. Mädchen und Frauen, die unter dem Einfluss von K.O.-Tropfen Opfer sexueller Gewalt geworden sind, wenden sich zunehmend an Frauennotrufe und Beratungsstellen. Wie hoch die Zahl der Missbrauchsfälle ist, lässt sich nicht sagen, denn das Schamgefühl der Opfer ist sehr groß. Viele scheuen daher den Weg zur Polizei.

Verheerender Mix

"Schon einmal etwas von K.O.-Tropfen gehört?" Brigitte Otto-Braun (Wildwasser) eröffnete nach einem Dokumentarfilm die Diskussionsrunde im Junity. "Nein, noch nie", so die Antwort eines Jugendlichen. "Ich habe davon schon in der Zeitung gelesen. Zum Glück hat es noch niemanden in meinem Freundeskreis getroffen", so ein junges Mädchen. Doch treffen kann es jeden, jederzeit, an vielen Orten. Die Verabreichung der gefährlichen Tropfen erfolgt häufig in Kneipen oder Discotheken.

Auch private, familiäre oder berufliche Feiern können zum Tatort werden. K.O.-Tropfen werden vorwiegend in Getränke gemixt. Ziel des Täters ist es, das Bewusstsein des Opfers so stark zu beeinflussen, um anschließend sexuelle oder kriminelle Handlungen vorzunehmen. Dafür reichen nur wenige Sekunden der Unaufmerksamkeit.

Bereits nach 10 bis 20 Minuten wirken die Mittel. Alkohol oder Medikamente können diese noch verstärken. Die anschließenden Folgen sind erschreckend enthemmtes Verhalten, Verwirrtheit und Benommenheit, Verlust der Muskelkontrolle und nicht zuletzt die Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens. "Es war, wie in Watte gepackt zu sein, ein vernebeltes Gefühl", wie ein Opfer einmal beschrieben hat.

Fehlende Erinnerungen sind ein großes Problem, wenn Frauen und Mädchen unter der Wirkung von K.O.Tropfen vergewaltigt wurden. Oftmals kommen starke Zweifel. Vor allem dann, wenn es für die körperlichen oder sexuellen Übergriffe keine objektiven Beweise oder sichtbaren Verletzungen gibt.

Schnelles Handeln

Ebenso kann der Nachweis der Substanzen schwierig werden. Nur acht Stunden lang bleibt die Droge im Blut nachweisbar, im Urin sind es 20 Stunden. "Daher ist es so wichtig, darüber zu sprechen, damit die Täter gefasst werden können", so Christa Mansky vom Frauen-Notruf. Viele Fälle bleiben ungeklärt, aber es gibt auch Hoffnung.

"Es wurden auch schon Täter verurteilt", wie Rechtsmediziner Harald Schütz bestätigt. Der Experte empfiehlt, dass sich ein Opfer unmittelbar nach einem Vorfall, sei dieser auch nur vermutet, an Eltern, Beratungsstellen, Polizei und Krankenhaus wendet. Doch das oberste Gebot laute klar "Kein Getränk unbeaufsichtigt lassen".


Einkaufstipp – 10.03.2011

Neuer Vorstand für Frauennotruf Wetterau

REGION (red). Bei der Mitfrauenversammlung des Frauen-Notrufs Wetterau wählten die anwesenden Vereinsfrauen einen neuen Vorstand. Renate Fleischer- Neumann und Cornelia Stein wurden in ihrem Amt bestätigt. Wie in den vergangenen Jahren werden sie weiterhin für den Verein aktiv tätig sein. Frau Barbara Steffani-Velden, die die Arbeit des Frauen-Notrufes lange Jahre als Vorsitzende begleitete, stellte sich nicht mehr zur Wahl. Neu gewählt wurde Ulla Seipel.

Die Mitarbeiterin Christa Mansky berichtete über die vielfältige Arbeit des Vereins.

Jedes Jahr steigt beim Frauen-Notruf Wetterau die Anfrage an Beratungen. Eine Entwicklung, die seit einigen Jahren zu beobachten ist, hat sich auch 2010 fortgeführt. Neben betroffen Frauen melden sich verstärkt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Institutionen und Beratungsstellen, um Frauen an den Notruf zu vermitteln. Im Laufe des Jahres waren die Mitarbeiterinnen zu Kooperationsgesprächen und zahlreichen Vorträgen bei unterschiedlichen Institutionen, Arbeitskreisen und Beratungsstellentreffen eingeladen.

Um die Angebote des Frauen-Notrufes weiterhin öffentlich zu machen und Gewalt gegen Frauen und Kinder zu entabuisieren, beteiligten sich Mitarbeiterinnen und Vorstandsfrauen an einer Ausstellung gegen Gewalt, die in Büdingen und im Rahmen der Landesgartenschau in Bad Nauheim zu sehen war. Bei der Oberhessen-Messe in Nidda war der Frauen-Notruf mit einem Stand vertreten, an dem sich 227 Personen mit ihrer Unterschrift gegen Gewalt positionierten.

Als herausragendes Ereignis im Jahr 2010 beschrieb Christa Mansky den Start der Informationskampagne zum Thema „Filmriss – Die Folgen von K.O.-Tropfen und Alkohol“ im September. „Noch bis Ende 2011 werden im Wetteraukreis Aktionen zu diesem brisanten Thema durchgeführt.“, so Sandra Bundt, Mitarbeiterin des Frauen-Notrufes.


Kreisanzeiger - 8.3.2011

Ziel: Betroffene sollen sofort eine Anzeige erstatten

Filmriss – Die Folgen von K.O.-Tropfen“: Veranstaltung stößt auf großes Interesse – Hohe Dunkelziffer – „Getränke nie unbeaufsichtigt stehen lassen“

Wetteraukreis (ihm). „Filmriss - Die Folgen von K.O.-Tropfen“: Zu diesem Thema fand jetzt eine Fachveranstaltung von Fraueneinrichtungen im Wetteraukreis statt. Lediglich drei bis fünf Fälle, in denen K.O.-Tropfen zum Einsatz kamen, wurden 2010 bei der Polizei Friedberg angezeigt. Die Dunkelziffer ist laut Christa Mansky (Frauennotruf) deutliche höher. Ziel der Kampagne, zu der auch Flugblätter gehören: Betroffene sollen Mut fassen, Anzeige zu erstatten.

Kornelia Schäfer (Fachdienst Frauen und Chancengleichheit Wetteraukreis) begrüßte die Gäste im voll besetzten Saal der Bad Nauheimer Landesärztekammer. Ärzte, Sozialarbeiter und Justizbedienstete waren darunter. Kriminaloberkommissarin Silke Vesper (Friedberg) schilderte einen fiktiven Fall: Eine junge Frau kommt am Sonntagmorgen zur Polizei. Wie sie erzählt, war sie abends mit zwei Freundinnen in einer Diskothek. Sie lernte einen Mann kennen, mit dem sie sich gut verstand. Er bot an, sie nach Hause zu fahren. Vorher wollte er einen „Absacker“ mit ihr trinken. Schon im Auto sei ihr nicht gut gewesen: Ihr war schwindelig, kurz nickte sie ein. Sie habe keine Ahnung, wie sie in ihre Wohnung kam. Morgens wachte sie auf, entkleidet lag sie im Bett. Erinnern konnte sie sich an nichts. Sei spürte Schmerzen im Unterleib und glaubte, vergewaltigt worden zu sein. „So oder so ähnlich könnte ein Fall aussehen“, sagte Vesper. Zeugenaussage und Bedingungen seien für die Ermittlungen geradezu perfekt. Die Frau sei zeitnah gekommen. Sie habe sich vergleichsweise viel erinnern können. Oft gingen Betroffene jedoch nicht oder erst spät zur Polizei. Nur drei bis fünf Fälle wurden in Friedberg 2010 angezeigt. Die Dunkelziffer sei sehr viel höher, wie auch Mansky unterstrich. Diese Erfahrung werde in ihrer Beratungsstelle immer wieder gemacht. Die Opfer glauben, es fehle ihnen etwas Greifbares. „Ziel unserer Kampagne ist, zu sensibilisieren“. Für eine Frau, die sich wegen einer Anzeige nicht sicher ist, sei wenigstens eine private ärztliche Untersuchung ratsam. Auch dadurch könnten in gewisser Weise Beweise gesichert werden. Vesper sprach von Verbrechenstatbeständen. „Die Strafandrohung für sexuelle Nötigung liegt nicht unter einem Jahr und reicht bis nicht unter fünf Jahre.“ Auf sexuellen Missbrauch widerstandsunfähiger stünden Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Prof. Harald Schütz (Rechtsmedizin Gießen) sagte, für Täter spielten folgende Strategieüberlegungen eine Rolle: Das Mittel solle leicht herstellbar sein, unauffällig in Geschmack und Geruch, es solle euphorisieren, sexuell stimulieren und einschläfern. Tätern sei wichtig, dass die Substanz nur schwer oder schnell nicht mehr nachweisbar ist. Ein Zuhörer, der ebenfalls aus der Justiz stammte, meldetet sich: Es werde nicht nur angeklagt, wenn Spuren zu finden seinen. Die Aussage des Opfers sei auch ein Beweismittel. Ein Fall wurde geschildert: Eine 24-Jährige kam zur Polizei. Sie schilderte sie sei mit 13 Jahren durch einen Vereinskameraden betäubt und vergewaltigt worden. Der Mann bestritt die Tat. Ein medizinischer Nachweis war nicht mehr möglich. Zwei Glaubwürdigkeitsgutachten kamen zum Schluss: Das mutmaßliche Opfer sage die Wahrheit. Der Mann wurde verurteilt.

Schütz gab Ratschläge zur Prävention: „Man sollte Getränke nie unbeaufsichtigt stehen lassen, notfalls einen neuen Drink bestellen.“ Bei Verdacht auf eine K.O.-Substanz sollten Betroffene zur Polizei gehen, Beweismittel wie Blut und Urin schnellstmöglich gesichert werden. Weitere Vorträge hielten Diplom-Sozialarbeiterin Gudrun Wörsdorfer und Dr. Reinhold Merbs (Fachdienst Gefahrenabwehr Wetteraukreis).


  Online - Homepage Wetteraukreis - 22.03.2011

Interkulturelle Kompetenz ist für Ersten Kreisbeigeordneten Oswin Veith wichtige Qualifikation

"Integration ist ein Zukunftsthema und interkulturelle Kompetenz ein wichtiger Baustein professioneller Arbeit", sagt Erster Kreisbeigeordneter und Integrationsdezernent Oswin Veith. Das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstellen, sich zu diesem Thema fortzubilden, begrüßt Veith ausdrücklich.

Die Wetterauer Beratungsstellen hatten bei ihrem letzten Treffen beschlossen, sich im Frühjahr dem Thema Interkulturelle Kompetenz zu widmen. Geplant ist eine Fortbildung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Daran nehmen unter anderem teil: Caritas, Diakonie, Frauen Arbeit Bildung, Mission Leben, Pro Familia, AWO, Frauenzentrum, Wildwasser und das Frauenhaus.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstellen treffen in ihrer täglichen Arbeit auf Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen, die alle unterschiedliche Bedürfnisse haben. Diesen adäquat zu begegnen, ist ein Ziel der Fortbildung Interkulturelle Kompetenz. Dabei geht diese weit über das Wissen zu kulturspezifischen Eigenheiten hinaus. Es geht um die Fähigkeit, kulturübergreifend agieren zu können, es geht um Horizonterweiterung, Flexibilität und Empathie. "Wir erleben wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen und werden nicht umhin kommen, unsere Verwaltungen auch interkulturell zu öffnen und uns mit der Vielfalt auseinanderzusetzen", sagt Veith.

Eine Vielfalt, die Realität ist und über die Frage der Herkunft hinausgeht. Letztendlich geht es um die Förderung und die Nutzung der Chancen der Vielfalt. "Der Wetteraukreis hat sich mit dem Beschluss, der Charta der Vielfalt beizutreten, schon zu weit reichenden Maßnahmen im Bereich Förderung der Vielfalt verpflichtet", sagt Veith.


Wetterauer Zeitung - 03.03.2011

Jungen haben schon mehr Taschengeld

Podiumsdiskussion mit Kreispolitikerinnen - „Frauen sind oft in niedrigen Lohngruppen“

Wetteraukreis (ihm). „Stehen Frauen beruflich gut da oder ist Frauenförderung weiterhin notwendig?“ Diese Frage gehörte zu den Themen einer Podiumsdiskussion mit fünf Kreispolitikerinnen, die das Wetterauer Frauenbündnis am Montagabend veranstaltet hatte. Kristina Paulenz (SPD), Laura Macho (Freie Wähler), Brigitta Nell- Düvel (Grüne), Elke Sommermeyer (FDP), Almut Wilser (CDU) und Alexandra Hinkel (Linke) waren mit von der Partie. Frauenförderung sei wichtig, da sich weibliche Mitarbeiter vornehmlich in unteren Lohngruppen tummelten, sagte Unions-Vertreterin Wilser. Nell-Düvel bestätigte diese Einschätzung. Sie sprach sich für eine Quote aus. Das unterstütze Frauen in ihren beruflichen Ambitionen. Es sei wichtig, das sich verheiratete Männer und Frauen weiter aufeinander zu bewegten, so die Grünen-Chefin. „Männer könnten etwas weniger arbeiten. Frauen etwas mehr.“ Der allgemeinen Auffassung, Frauen seinen besser zum Erziehen geeignet als ihre Gatten, stehe sie als Psychologin kritisch gegenüber.

Die Linken-Politikerin Hinkel sagte, Frauen arbeiteten vielfach in Teilzeit und in prekären Arbeitsverhältnissen. Schon ganz früh gebe es Unterschiede in Sachen Geld: „ Es ist erwiesen, dass Jungen im Schnitt drei Euro mehr Taschengeld bekommen als Mädchen.“ Eine Zuhörerin rief: „Frauen erziehen ihre Söhne – also sollen sie sie so erziehen, wie sie sie haben wollen.“ Laura Macho betonte, diese Dinge seien auch eine Generationenfrage. Für ihren Partner beispielsweise sei es selbstverständlich, im Haushalt mitzuarbeiten. Der Mann ihre Freundin habe sich entschieden, zu Hause zu bleiben und die Kinder zu erziehen.

Angesichts hoher Scheidungsraten wehre sie sich gegen das Wort „familienfreundlicher“ Arbeitsplatz, betonte SPD-Sprecherin Paulenz. „Es müsste „Kinderfreundlich“ heißen“, sagte sie. Frauen schreckten oft zurück, wenn ein interessantes Jobangebot komme. Diese Erfahrung habe sie erst kürzlich mit einer Bekannten gemacht. „Ich versuchte, sie zu überreden, das anzunehmen. Doch als ich sie neulich traf, sagte sie, sie würde die Belastung nicht ertragen. Sie ist allein erziehend und bekommt sonst ihre Kinder kaum zu Gesicht.“ Männer „Kratzen“ solche Fragen nicht, meinte Paulenz.

Sommermeyer (FDP) schilderte, sie selbst habe zehn Jahre auf den Beruf verzichtet. Schließlich habe sie sich selbständig gemacht. Das sei hart gewesen, jedoch machbar. „Frauen können da mehr hinkriegen, wenn sie sich bemühen.“

Zu den weiteren Gesprächspunkten gehörte das Thema „Gewalt an Frauen und Kindern“. Christa Mansky vom Frauennotruf Wetterau sagte: „Der Schutz vor Gewalt im häuslichen Bereich ist eine öffentliche Aufgabe, deren Umsetzung dem Land, den Kreisen und den Kommunen obliegt.“ Im Kreis gebe es verschiedene Beratungsstellen. Alle hätten unterschiedliche Angebote, sie seinen aufeinander abgestimmt. Dieser qualifizierten Arbeit stehe eine unsichere und nicht ausreichende Finanzierung gegenüber, so Mansky. Sie wollte von den Politikerinnen wissen, inwieweit die dauerhafte Absicherung bei der derzeitigen Haushaltslage sichergestellt werden kann. Die Podiumsfrauen äußerten, es gebe Leistungsverträge. Mit Kürzungen sei darum nicht zu rechen. Außerdem sei es wichtig, die Angebote zu erhalten.


Wetterauer Zeitung – 24.02.2011

K.o.-Tropfen: Mediziner und Polizisten diskutieren Gefahren

Wetteraukreis (pm). Eine interdisziplinäre Fachveranstaltung über die teils verheerenden Folgen von K.o.-Tropfen und Alkohol bietet der Arbeitskreis „Keine Gewalt gegen Frauen und Kinder in der Wetterau“ am Mittwoch ab 16 Uhr (bis 19 Uhr) in der Landesärztekammer Bad Nauheim an. Fachreferenten von Polizei, Rechtsmedizin, Therapie, Universität, Beratungsstellen und Gesundheit wollen dabei mit den Gästen diskutieren. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Anmeldung beim Frauennotruf Wetterau, E-Mail frauennotruf@t-online.de oder Fax 06043/4473


Kreisanzeiger – 19.02.2011

Gefahren von Partydrogen werden häufig unterschätzt

Frauen-Notruf informiert Schüler über K.O.-Tropfen

Schotten (sw). Im Rahmen ihrer Informationskampagne über die Gefahren der so genannten K.O.-Tropfen besuchten jetzt Christa Mannsky und Renate Fleischer-Neumann vom Frauen-Notruf in Nidda eine Schülerratssitzung an der Vogelsbergschule. Die Beratungsstelle für Gewalt und sexuelle Belästigung widmet sich verstärkt diesem Thema, da immer mehr Mädchen und Frauen unter dem Einfluss der Tropfen Opfer sexualisierte Gewalt werden.

„K.O.-Tropfenwerden auch in der Wetterau und im Vogelsberg benutzt. Wir sind mitten drin“, verdetulichte Neumann das Problem. K.O.-Tropfenwerden heimlich und unbemerkt verabreicht, um die Opfer hilflos zu machen und sie dann auszurauben, zu vergewaltigen, festzuhalten oder zu filmen. K.O.-Tropfen sind Substanzen, die das Bewusstsein beeinträchtigen und zu einem „Filmriss“ führen. Zurzeit werden häufig die Partydrogen Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB) oder Gamma-Butyrolacton (GBL) erwendet, die bekannter unter Szenenamen sind wie Liquid Ecstasy, Bottle, Liquid X Fantasy, Gamma oder Soap. Die Wirkung der K.O. Tropfen setzt nach etwa zehn bis 15 Minuten ein; die Betrofffenen leiden zunächst unter einem Schwindelgefühl, sie sind verwirrt und benommen. Auch Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und sogar Atemnot und Krampfanfälle können sich einstellen. Dann werden sei bewusstlos und damit wehr- und hilflos. Die Wirkung der Tropfen hält – je nach zugeführter Menge – zwei bis drei Stunden an. Die Betofffenen können sich danach an diese Zeit nicht mehr erinnern.

Die K.O.-Tropfensubstanzen sind klar, durchsichtig und relativ geschmaksneutral. „Normalerweise werden die Tropfen in die Gläser geshcüttet, und sind daher bei Trinken nicht spürbar“, wies Christa Mansky auf die besonderen heimtükischen Gefahren hin.

Sie empfahl daher eindringlich, niemals offene Getränke stehen zu lassen, zum Beispiel wenn man tanzen geht. „Bleibt am besten immer in einer Gruppe, dass Ihr die Getränke im Blick habt“; sagte sie in Richtung der Shcüler. Im Zweifelsfall sollte besser ein halb volles Glas stehen gelassen werden. „Kauft euch lieber ein neues Getränk, das st sicherer.“

Opfer, die K.O.-Tropfen eingenommen haben, werden häufig beim einsetzenden Schwindel von vermeintlichen Helfern angesprochen, die den whrlosen Zustand der Betroffenen für ihre Taten nutzen wollen.

Da die Tropfen nru für rund sechs Studnen im Blut und zwülf Stunden im Urin nachweisbar sind, sollten sich Opfer möglichst schell ihren Eltern oder Freunen erklären und sofort die Polizei einscahlten, empfahrl Mansky. Die Diplom-Psychologin wies auch darauf hin, dass sich die Wrikung von K.O.-Tropfen durch Alkohol noch verstärkt.

Neben der Verabreichung von K.O.-Tropfen ist auch der Besitz dieser Substanzen eine Straftat, teilten die beiden Referentinnen mit. Auf ein weiteres Problem machten die beiden Frauen der Beratungsstelle in Nidda aufmerksam. Häufig werden von Vergewaltigungen Fotos oder Filme gemacht, die dann ins Internet gestellt werden. Dieser Tatbestand wird auch als „Digitale Gewalt“ bezeichnet. Diese neue Erscheinungsform von Gewalt wird durch die neuen Medien wie Handy, PC oder Internet ermöglicht. Oftmals starten die Täter ihre Aktionen von daheim aus, anonym und besonders hinterhältig. Die Opfer werden im Internet – oftmals in peinlichen Situationen – bloßgestellt, etwa durch Fotos oder Videos. Erpressungen und Nötigungen können die Folge sein.

Abschließend wiesen die beiden Referentinnen auf eine Fachtagung zu den Themen K.O.-Tropfen und digitale Gewalt hin. Die Veranstaltung findet am 2. März in Bad Nauheim statt und wendet sich an Elter und Jugendliche. Weitere Informationen gibt es beim Frauen-Notruf Wetterau in Nidda unter Telefon 06043-4471 oder im Internet unter www.frauenotrufe-hessen.de. Hier sind auch Flyer zu den beiden Themen mit vielen Informationen und Verhaltenstipps erhältlich.


Kreisanzeiger - 20.01.2011 

1.500,- Euro für Aufklärungsaktion

Inner Wheel Club übergibt Erlös aus Martinimarkt-Basar an den Frauen-Notruf

Nidda (jmk). Ulla Seipel vom Team des Frauen-Notrufs Wetterau schlägt die Hände vor den Mund. Sie kann nicht glauben, was sie gerade gehört hat. „Mit Freude übergeben wir ihnen heute eine Spende von 1 500 Euro“, wiederholt Monica Monico, Präsidentin des Inner Wheel Clubs Büdingen-Bad Orb- Nidda.

„Erneut haben wir zum Martinimarkt im Saal des Bürgerhauses Kleidung verkauft. In diesem Jahr ist der Basar gut gelaufen“, erläutert Monico. Zusammen mit Ruth Scheffler, Margret Reuning und Claudia Heseler ist sie gekommen, um den Scheck zu überreichen. „Ich kann es immer noch nicht glauben. Es ist toll, dass wir diese Summe jetzt für unser Projekt einsetzen können“, sagt Seipel. Neben Frauenberatung kümmert sie sich um die Finanzen des Vereins und um die Lobbyarbeit, gehört zu den Gründerinnen des Frauen-Notrufs.

Projektarbeit

Die Spende wird für das Projekt „Filmriss – Die Folgen von K.O.-Tropfen und Alkohol“ eingesetzt. „Vergangen Oktober stellte der Frauen-Notruf uns dieses Projekt vor. Wir haben uns näher informiert und waren begeistert“, erklärt Monico. Die Frauen des Inner Wheel Clubs treffen sich einmal im Monat in Lindheim oder Bad Salzhausen. „Wir sind an den Rotary-Club angebunden. Um bei uns Mitglied werden zu können, muss jemand aus der Verwandtschaft Rotarier sein“, erklärt Monica Monico.

Inner Wheel entstand während des Ersten Weltkriegs in England. Frauen von Rotariern hatten damals die sozialen Aktivitäten der im Krieg kämpfenden Rotary-Clubmitglieder übernommen. Der erste deutsch Inner Wheel Club wurde 1968 gegründet.

„Wir haben uns drei Ziele gesetzt: Wir wollen uns sozial engagieren, unsere Freundschaft pflegen und uns gegenseitig unterstützen“; listet Monico auf.

Das unterstützte Projekt des Frauen-Notrufs umfasst unter anderem eine ausführliche Info-Broschüre, die zusammen mit dem Gesundheitsamt ausgearbeitet wurde. „Zunächst muss die Öffentlichkeit sensibilisiert werden. Aber natürlich betreuen wir auch Frauen, die Opfer von K.O.-Tropfen geworden sind“, erklärt Ulla Seipel.

Die Aufklärungsbroschüre sei bereits an vielen Schulen verteilt worden. Nun soll eine Postkarten-Aktion folgen. Auf den Karten soll ein gefülltes Cocktailglas abgebildet sein. Darunter wird stehen: „Lass mich nicht allein“. Auf der Rückseit soll die Telefonnummer des Frauen-Notrufs abgedruckt sein. Wie Ulla Seipel abschließend erläuterte, soll die Spende des Inner Wheel Clubs für die Gestaltung und den Druck der Karten verwendet werden.





 

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